Bodenski kam im November 1965 auf dem Rücksitz eines Taxis zur Welt. Während seine Mutter in den Wehen lag, spielte sein Vater an jenem Samstag Schlagzeug in einer Hochzeitskapelle. Die Kindheit verbrachte Bodenski in einem Vorrot von Potsdam, in unmittelbarer Nähe zu den Schlössern und Gärten von Sanssouci, wo er bald die verschwiegensten Ecken kannte, in Ruinen herumkletterte und die Grabinschriften eines vergessenen Friedhofs erforschte. Da seine Mutter Lehrerin war und in einer Dienstwohnung der Schule wohnte, hatte der kleine Bodenski den kürzesten Schulweg von allen. Er musste nur die Treppe hinunter.
Fast die gesamte Schulzeit hindurch schwamm Bodenski zweimal die Woche in einem Sportverein mit anderen um die Wette, die bei Wettkämpfen regelmäßig eher ins Ziel kamen. Mit Hilfe genau dieser Sportkameraden konnte er wenigstens einige Medaillen in Staffelwettkämpfen erringen.
Obwohl er mit der Schule zunächst nicht viel am Hut hatte, reichte es nach acht Jahren für einen Wechsel zum Gymnasium, das man in der DDR Erweiterte Oberschule nannte. Etwa zur gleichen Zeit bekam er von seinem Vater seine erste Gitarre geschenkt. Die ersten Akkorde brachte ihm ein blinder Saxophonist bei, der in der Band seines Vaters spielte. Eine erste E-Gitarre folgte schon bald und von da an steckte Bodenski jede Mark in den Traum von einer Band. Um Geld für einen Verstärker zusammen zu kratzen, verkaufte er sein geliebtes Moped, arbeitete an Wochenenden auf dem Bau und trug in den Ferien Zeitungen aus, von denen oft ganze Bündel im Müll landeten, weil er die Routen nicht schaffte. Nach ersten Gehversuchen in verschiedenen Schülerbands gründete er mit seinem Schulfreund Michael Simon die Band "Bodenski Beat". Bodenski, der mit bürgerlichem Namen Michael Boden heißt, bekam seinen Spitznamen durch die Mitwirkung in einem Theaterstück eines polnischen Autors, in dem er die Rolle eines Augenarztes spielte. Da die Familie Boden mütterlicherseits aus Schlesien stammt, behielt er die polnisierte Fassung seines Nachnamens von da an bei. Nach der Wende entstand aus der Schülerband, zu der inzwischen auch fast alle Gründungsmitglieder von SVBWAY TO SALLY gehörten, eben jene Band. Bodenski, der in der Schule in Deutsch nur sehr mäßige Leistungen erbrachte, schrieb sich nach der Wende in Ermangelung jeglicher anders gelagerter Qualifikationen für ein Studium der Germanistik an der neu gegründeten Universität Potsdam ein. Wie es scheint, ist es diesem Umstand zu verdanken, dass er zu dieser Zeit anfing, für SVBWAY TO SALLY deutsche Texte zu schreiben, was er bis heute tut. Da er als Gitarrist neben Ingo Hampf kaum Zeichen setzen konnte, versuchte er sich eines Tages auch als Drehleierspieler. Der erste dokumentierte Beitrag dieser Zweitkarriere, ist in „Das Rätsel“ auf dem Album „Bannkreis“ zu hören. Bodenski versucht seit dem eine Liebesbeziehung zu diesem Instrument aufzubauen, wird jedoch nicht zurück geliebt. Zumindest sein Talent für das Schreiben von Songtexten entwickelte er erfolgreich weiter und schrieb auch einige Texte für andere Künstler. Im Jahr 2005 fasste er einen Teil seiner Texte und unveröffentlichtes Material, darunter auch Gedichte in freien Versen, zu seinem ersten Buch "inniglich" zusammen, welches er zusammen mit seiner Frau in einem eigenen Verlag veröffentlichte. Bodenski hat eine Tochter, liest und kocht gern, hasst Sendungen in denen gelesen oder gekocht wird und trainiert in seiner spärlichen Freizeit das Schnellstapeln von Bechern, obwohl er zu alt ist, um in diesem Sport noch etwas zu reißen.
Er hat eine eigene altmodische Webseite und twittert nicht.
Demian Bochel