Frau Schmitt wurde am 27. Oktober 1965, im Jahr der Schlange, im Sternzeichen des Skorpion, Aszendent Skorpion unter dem bürgerlichen Namen Silke Volland in der schönen Stadt Brandenburg an der Havel geboren. Sie hat einen jüngeren Bruder. In ihrem Elternhaus wurde stets fleißig und viel musiziert. Mit 4 Jahren startete die musikalische Karriere von Silke. Sie begann an der Musikschule in Brandenburg mit einem Vorschuljahr, das sie auf eine Instrumentenausbildung vorbereitete. Als sie 5 Jahre alt war, stand es dann fest: Silke wird Geigerin. Das war jedenfalls die Idee der Erwachsenenwelt um sie herum. Noch heute kann man sich gut vorstellen, wie sie mit ihrer kleinen Geige schon morgens in den Kindergarten wanderte, um gleich von dort aus in die Musikschule zu fahren.

Sie übte und übte... nach einem Jahr sollte ihr erstes Vorspiel sein. Irgendwie war das ein unglücklicher Tag. Was auch immer geschehen war, kann keiner mehr genau sagen – war es die Straßenbahn, die nicht rechtzeitig kam? Oder hatte die Mutti nicht pünktlich Feierabend machen können? Die Wegstrecke von der Straßenbahnhaltestelle bis zum Vorspielraum wurde im Dauerlauf absolviert. Aber es half nichts. Das Vorspiel hatte längst begonnen. Als ihre Mutter die Tür zum Saal öffnete und Silke und sich selbst hinein schob, stand sie genau zwischen Piano und Publikum – und war auch schon als nächste an der Reihe. Völlig außer Atem und schweißgebadet versuchte sie ihre ersten Übungserfolge vorzutragen  - und versagte jämmerlich. Ein Trauma. Mutlos aber doch ohne Widerstand setzte sie ihre Laufbahn fort. Doch jedes Jahr zur selben Vorspiel-Zeit grüßte das Trauma aus der Vergangenheit. Das ging die nächsten 6 Jahre so. Zusätzlich wurde sie in Musiktheorie und Orchesterspiel ausgebildet. Sie brachte es dennoch zu ganz ordentlichen Leistungen. Die waren sogar ganz anständig, sogar ganz gut, sogar so gut, dass sie mit 11 Jahren an eine Spezialmusikschule in die Stadt Potsdam delegiert werden sollte. So hätte sie die Woche im Internat verbracht und nur das Wochenende zu Hause. Das hätte auch bedeutet, die Bekanntschaft  eines  gewissen b. deutung schon mit 12 gemacht zu haben (Man deutung, was hättet ihr damals schon alles zusammen spielen können!?) Doch Silke lehnte ab. Das war dann doch eine Nummer zu groß – dem fühlte sie sich nicht gewachsen. Und es kam noch schlimmer. Sie lehnte nicht nur dieses Angebot ab, nein, sie beschloss gleich ganz und gar, die Geige an den Nagel zu hängen. Dieser Nervenstress sollte aufhören. Sie brachte also ihre Geige zurück in die Asservatenkammer der Musikschule und begann, fortan ein Leben ohne Vorspiele zu genießen.

Das ging ein paar Jahre so. Endlich Rollschuh fahren, Tischtennis spielen und Schwimmen gehen bis der Arzt kommt. Herrliche unbeschwerte Jahre. Außerdem gab es da noch eine ausgeprägte Affinität zur Mathematik. Sie besuchte also Nachmittags eine spezielle Mathe – AG mit Schwerpunkt Geometrie. 1982 beendete sie die 10. Klasse mit dem Prädikat "Auszeichnung", was leider nicht zu einem Abiturplatz führte. Die waren zu dieser Zeit rar und man zog einem leistungsstarken Mädchen doch lieber einen Offiziersanwärter mit durchschnittlicher Leistung vor. Von 1982 – 1984 absolvierte sie eine Lehre zum Bauzeichner. Und weil ihre Striche immer so schön gerade waren, schloss sie ihre Ausbildung mit einem Ergebnis ab, dass sie befähigte ein Studium an einer Fachschule für Bauwesen aufzunehmen. Sie wurde also Bauingenieur. Im Jahr 1987, während sie ihre Ingenieurarbeit schrieb und zeichnete, trug sie ein Kind unter ihrem Herzen. Im Mai 1987 wurde ihr Sohn geboren – eine Wende in ihrem Leben.

Ein Jahr Erziehungsurlaub mit einem viel, viel schlafenden Kind bot Gelegenheit, sich an ihre alte Geige zu erinnern. Einen Versuch war es wert. Also ausgepackt und losgekratzt. Und wie es so ist mit den Süchten, der erste "Schluck" ist noch etwas bitter, aber dann kann man einfach nicht mehr aufhören. Von diesem Tag an hat sie ihre Geige nicht mehr aus der Hand gelegt. Inzwischen lebte sie schon mehrere Jahre in Potsdam. Dort meldete sie sich dann auch umgehend wieder an der Musikschule an und machte im Rahmen einer Erwachsenenqualifizierung ihre Abschlüsse nach.

Noch im selben Jahr stieg sie in die Potsdamer Irish-Folk Band "Die Schieftons" (eine Verballhornung des Namens der legendären Irischen Band "The Chieftains") ein. Ende 1989 fiel die Gruppe auseinander. Doch Silke hatte Blut geleckt – eine Band zu haben war etwas echt cooles. Also machte sie sich auf die Suche. Ihr kam zu Ohren, dass die damals schon recht erfolgreiche Band "Bodenski Beat" ein neues Projekt starten wollte, welches Elemente irischer Folklore enthalten sollte. Sie suchten noch jemanden, der Geige spielen konnte. Na, das war doch genau dass, was sie suchte. Also hin da, vorgestellt, erste Probe und passte. Somit erlebte sie die Geburtstunde von SVBWAY TO SALLY mit. Die nächsten Jahre bestanden aus Proben und Touren. Bis diese Arbeit Früchte tragen sollte, dauerte es allerdings noch eine Weile.

Seit 1993 lebt sie nun als Freiberuflerin. In späteren Jahren war sie außerdem noch festes Bandmitglied bei den "17 Hippies". Viele Sommer unterstützte sie  im "Stringtangaorchestra"  die Open Air Saison der legendären Ostrocker von "City". Weiterhin schrieb sie für eine Produktion der französischen Band "Dionysos" die Stringarrangements. Im Jahr 2009 unterrichtete sie ein Semester lang an der internationalen Theaterakademie Berlin. Daran schloss sich die Arbeit an der  Inszenierung "Das Leben des James Joyce" an. Hier war sie mit der musikalischen Leitung dieses Projektes beauftragt.

Inzwischen lebt sie seit einigen Jahren in Berlin. Gern unterstützt sie auch mal Projekte befreundeter Bands. So war sie Teil des Streichquartetts auf der Akustiktour der "Letzten Instanz" im Jahre 2009. Auch bei den  Jubiläumskonzerten von "Schandmaul" und "Saltatio Mortis" durfte sie als Gastmusikerin dabei sein. Seitdem verbindet sie eine innige Freundschaft mit diesen Musikern.

Ralf Kullerauge