Sugar Ray wurde an einem 29. April in Potsdam, im Sternzeichen des Stiers geboren. Er war das 3. Kind seiner Eltern, der sehnlichst erwartete Stammhalter und künftige Kronprinz der Familie. So verbrachte er die frühen Jahre seine Kindheit unbeschwert und wohlbehütet. Bald schon wurde ihm klar, dass er zu Höherem berufen war – nämlich Roller fahren und Luftgitarre spielen. Während Bernard Hinault zum X-ten mal die Tour de France gewinnt und in Deutschland so phantastische Spielfilme wie „Itzi bitzi Ibiza“ mit Karl Dall produziert werden besucht S.R. die Schule. Er verbringt in den nächsten Jahren viel Zeit in Krankenhausbetten und auf der elterlichen Couch mit dem Lesen von DDR-Comics und Lebensbeichten eines gewissen "Alfons Zitterbacke". So entschließt er sich irgendwann aus gesundheitlichen Gründen, seine künftige Karriere als Olympiasieger in Tischtennis, Fußball und Radfahren an den Nagel zu hängen und sich von nun an dem Schach – das Spiel der Könige - zu widmen. In dieser Disziplin bringt er es immerhin sogar bis zum Spartakiade Sieger – dem alljährlichen Sportwettbewerb der Ostdeutschen Jugend.
Mit 14 Jahren tauscht S.R. nun endgültig den Roller gegen sein erstes eigenes Fahrrad und die Luftgitarre gegen eine Wanderklampfe, die ihm Freunde aus seiner Schulklasse schenken. Kurz nach seinem 16. Geburtstag lernt er den gleichaltrigen Ingo Hampf kennen. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber dieser Tag sollte für Sugar Rays weiteres Leben schicksalhaft sein. Ingo überredete S.R., in seiner Band den fehlenden Bassknecht zu mimen. So fuhren denn beide einige Tage später mit dem Zug in die Stadt Brandenburg, um dort von seinem ersparten Geld, Sugar Rays ersten 4-Saiter, einen feuerwehrroten Bass der Firma Musima zu erwerben. Im selben Jahr beendet S.R. nach 10 Jahren mit einem Notendurchschnitt von 1,8 die Schule und nimmt eine Lehre als Elektroniker auf. Mit 17 Jahren wird er von der Ostdeutschen Armee, der NVA, ausgemustert und auf Lebenszeit für wehrdienstuntauglich erklärt. Auf diese "traurige" Nachricht hin, verwirft er nach kurzer Überlegung auch eine Laufbahn zum Generalfeldmarschall in der französischen Fremdenlegion und beschließt nun Rockmusiker zu werden.
Nach Ende der Lehrzeit arbeitet S.R. als Kameramechaniker in einer Servicewerkstatt und besucht die Potsdamer Musikschule – Unterrichtsfach: E-Bass! Von einem Freund und Kollegen, genannt "Straps", bekommt er seinen heutigen Künstlernamen Sugar Ray verliehen. Damit sind nun endgültig die Weichen zum künftigen Rockstar gestellt!! Doch zunächst scheitert er nach ca. 4 Jahren an Ingos Seite als Rockbassist mit der gemeinsamen Band "Katzengold". Hoch verschuldet aber nicht resigniert, schlägt er sich als Aushilfsmusiker in Barbands, Karnevalorchestern und Tanzkapellen durch. Er nimmt ein Angebot der Polit-Folk-Rock-Band "Rotdorn" an und wird kurzerhand "Kunstpreisträger der FDJ". So geadelt wird die Band für ein musikalisches Kaffeekränzchen beim DDR-Boss Erich Honecker engagiert.
Als S.R. weder dessen Lieblingslied "Der kleine Trompeter" noch "Der rote Wedding marschiert" intonieren kann, fällt er in politische Ungnade. Doch S.R. hat Glück und der SED-Staat fällt kurze Zeit später zusammen. Nach musikalischer Neuorientierung suchend, schlägt Sugar Ray seinen Freunden in der Band "Bodenski Beat" zu der Bodenski, Simon und auch Ingo gehören, eine neue Ausrichtung vor. Die alten Kumpane willigen ein und Simon hat auch gleich einen gut klingenden Bandnamen parat. Dies ist die Geburtsstunde von SVBWAY TO SALLY, jedenfalls in der Erinnerung ihres Bassisten. Schnell werden weitere Mitstreiter gesucht und gefunden, die Band probt, spielt, spielt, spielt und verbringt mehr Zeit auf der Autobahn als im eigenen Bett. Zum Leben reicht es aber noch lange nicht. So arbeitet S.R. nebenbei als Heizer, Lagerbulle oder Kameravertreter. Die wenige Freizeit schlägt er mit Alkohol und Pornofilmen tot. Irgendwann reichen endlich die Konzertgagen für ein Leben als Profimusiker und seine Bandkollegen entdecken seine Fähigkeiten in organisatorischen wie finanziellen Dingen.
Etliche erfolgreiche Jahre später - mit tausenden Livekonzerten, 10 gemeinsamen Studioalben, 4 Live DVDs, 750.000 verkauften Tonträgern, einer goldene Schallplatte und mit einem Fullendorsment der Bass- Firma Warwick ausgestattet - sitzt er mir plaudernd gegenüber, erzählt aus seinem Leben, der Sehnsucht nach dem Meer, seiner Liebe zu Katzen, Pasta und seiner Freundin.
Sugar Ray arbeitet zurzeit an einem autobiographischen Tanztheaterstück und plant die Gründung einer Partei die ihn zum Kanzlerkandidaten ernennt.