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Interview Eric
Veröffentlicht am 12.02.2002 von Darkangel | Aufrufe: 132
Thema Filesharing und Napster. Seid Ihr eher auf der Metallica Seite? Auf Eurer Homepage sind nach meiner Erinnerung keine Soundfiles im Angebot. Könntet ihr Euch vorstellen, Songs auf Eure Seite zu stellen, z.B. exklusive Tracks oder Songauszüge vor dem VÖ-Termin?
Das wird´s alles geben und gibt´s übrigens auch jetzt schon. Thema Napster, ich finde den Kampf gegen Napster ist ein Kampf gegen Windmühlen. Das Prinzip ist absolut zeitgemäß und ist einfach vorhanden. Letztendlich betrifft es alle Bands in gleichem Ausmaß. Wenn es heißt, dass aufgrund von Downloads weniger Platten verkauft werden, dann mag das stimmen, aber dann verkaufen alle Bands weniger. Die Vergleichbarkeit – charttechnisch -ist also gegeben. Aber ich glaube nicht dass das wirklich so arge Auswirkungen hat weil ich der Meinung bin, dass ein richtiger Fan auch weiterhin in den Plattenladen gehen wird und die Platte kaufen, allein deswegen weil er was in der Hand haben will. Außerdem glaube ich irgendwie an das Ehrgefühl des Fans. Ich gehe selber gern in Plattenläden und kaufe mir CDs. Das ist das Gefühl etwas für eine Band zu tun.

Um was geht es in „Accingite Vos“, klär mich als Nicht-Lateiner mal auf! Das ist ein Opfergang, „Streut Asche auf Euer Haupt, kniet nieder vor dem Altar“, ein Zitat. Eigentlich ist das der Song, der zeigt, dass wir auch mittelalterlich daherkommen können wenn wir wollen, das ist mehr so ein ironischer Seitehieb. Mit dieser Platte haben wir das Thema Mittelalter sonst eigentlich abgehakt.
Diese ganzen mittelalterlichen Instrumente, wer bringt Euch bei die zu spielen ? Das ist alles mit der Zeit angeeignet worden Ich spiele den Dudelsack und die Schalmai, das kommt alles noch aus meiner Zeit vor SUBWAY TO SALLY, als ich Folkmusik gemacht habe. Die anderen Sachen wie die Lauten, die der Ingo spielt, habe wir uns alle so nach und nach beigebracht. Der Ingo ist ein Saiteninstrument-Fanatiker, der kann alles spielen.

Gefallen Euch eigentlich Mittelaltermärkte, wart ihr z.B. schon mal bei den Kaltenberger Ritterspielen.?
Ich war schon ab und zu mal auf so einem Markt, aber das ist halt alles zu kommerziell geworden. Als das alles losging, war ich noch in der Branche, hab auch selbst welche mitveranstaltet. Da war das alles noch viel ursprünglicher und ehrlicher. Was jetzt da abgeht ist Abzockerei. Heutzutage rennen da Mönche rum, das sind alles verkleidete Studenten, die kriegen 10 Mark in der Stunde, ohne Hintergrundwissen und ohne direkte Beteiligung. Das war früher anders.

Ihr kommt aus den neuen Bundesländern. War es damals schwer an Auftritte oder an Instrumente ranzukommen?
Das war zum Teil wirklich heftig, besonders an Instrumente ranzukommen war schwierig. Ich hab ja damals Folk gemacht, da ging´s nur um Gitarren oder selbstgebaute Dudelsäcke, aber die Rockmusiker hatten´s viel schwieriger. Ingo´s erste Westklampfe z.B., das war eine Squire Strat für 5000 Ostmark, sein Vater hat ihn mit dem Auto in irgendwelche dunklen Ecken von Ostberlin gefahren, da gab´s die. Aber man muss sagen, dafür war unsere Ausbildung eine ganz andere, damit meine ich auch die Ausbildung des Wollens, weil Musikmachen etwas war, was wirklich erstrebenswert war. Das war schon richtig Aussteigermäßig. Man hat von Anfang an eine andere Einstellung zu der Sache bekommen. Und das war die Fähigkeit die Du haben musstest um die ersten Durststrecken zu überwinden. Und dieses unbedingte Wollen hatte viele Westbands nicht. Irgendwann kommst Du als Band an einen Punkt, wo Du zwar noch fast kein Geld verdienst, wo du dich aber schon entscheiden musst, dass ganzen als professionellen Full-Time Job zu betreiben. Und an dem Punkt zerbrechen viele Bands, da fehlt oft der Mut. Und dieser Wille zum Durchbeißen, das ist vielleicht schon typisch Ost.

Habt ihr als Band irgendwelchen konkreten Einflüsse gehabt?
Eigentlich gar nicht, bei der ersten Platte haben zu Teil einfach nur Folkstandards adaptiert, aber eine richtig starke Beeinflussung von einer Band könnt ich jetzt gar nicht nennen.

Aber jeder Musiker hat doch so eine Platte die ihn zum Musikmachen gebracht hat.
Das war keine Platte, das war wahrscheinlich ein Lagerfeuer in einem Wald, bei dem ein Typ mit einer Gitarre saß und das Mädchen bekommen hat, dass ich eigentlich wollte.

Was darf man von der neuen Tour erwarten?
Es wird sicher viele Songs von der neuen Platte zu hören geben, wir sind gerade dabei uns Gedanken zu machen über Outfit und Bühnen-Deko. Es werden ein paar neue Sachen gebastelt, aber alles wird sehr schlicht werden. Darüber hinaus werden wir das erste mal mit In-ear-Monitoring agieren. Durch das Wegfallen der Monitorboxen wird die Bühne auch ganz anders wirken. Darauf bin ich sehr gespannt. Ansonsten gibt´s wie immer ein sattes 2 Stunden Konzert, und danach solange, wie das Publikum will.

Danke für das Gespräch Eric!

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