Eric Fish von SUBWAY TO SALLY beantwortete uns am Telefon geduldig unsere Fragen
zum aktuellen Album „Engelskrieger“, welches brachialer und härter als alle
anderen STS Alben ausgefallen ist...
Wie lange haben denn die Arbeiten zu Eurem aktuellen Album
„Engelskrieger“ gedauert?
„Im Grunde haben wir nach der letzten Tour
schon angefangen nachzudenken. Wir haben uns diesmal intensiver als
sonst damit beschäftigt, über was wir eigentlich singen wollen, am
Anfang stand dabei die Frage was uns selbst beschäftigt und was uns nah
geht. Normalerweise haben wir uns immer Tage zusammengesetzt und sind
abends wieder nach Hause gefahren. Diesmal haben wir uns voll auf die
Sache konzentriert, was auch glaube ich einen Erfolg gebracht hat.“
Was ist denn in deinen Augen anders als zu den vorigen Alben von Subway To Sally?
„Da gibt es viele. Es ist ja kein Geheimnis,
dass wir uns in all den vergangenen Jahren in Interviews oder auch sonst
immer gegen diese Mittelalterschublade gewehrt haben, das ganze ist
jetzt gemündet in eine neue Reife: Wir sind keine Band die aus der
Zeitmaschine gestiegen ist, wir sind eine Band die deutschsprachige
Rockmusik in dieser Zeit macht, im 21. Jahrhundert und die sich mit
Themen beschäftigt, die bei Dir um die Ecke passieren können. Das haben
wir zwar schon immer gemacht, nur waren diese nicht so klar erkennbar.
Ich glaube mit diesem Album könnten wir die härteste und auch
authentischste Rockband im deutsprachigen Raum werden!“
Ihr habt zum ersten mal mit Ralf Quick als Producer gearbeitet (u.a.
H-Blockx und Die Happy) und seid viel brachialer am Werk als auf den
vorigen CDs. Was denkst du geht im Kopf eines STS-Fans vor, der
„Engelskrieger“ zum ersten Mal hört?
„Ich will die Frage zweiteilig beantworten:
Erstens traue ich unseren Fans ne ganze Menge zu, ich weiß dass unsere
Fanschar eine ist, die ihren Kopf nicht nur zum Haareschneiden auf den
Schultern trägt. Ich glaube deshalb dass dieses Album fast jeden ins
Boot holen wird, da es auf eine Art unwiderstehlich ist durch die Musik
und die Texte. Der zweite Teil der Antwort bezieht sich auf den harten
Kern der Fans, die Traditionellen, kurz gesagt der Fanclub. Denen haben
wir das Album schon vorgespielt und die waren begeistert. Im Ganzen
glaube ich dass die Augenbrauen hochgezogen werden und dann eine große
Begeisterung bei den Hörern entsteht.“
Seht ihr euch als Engelskrieger?
„Wir haben eine Platte gemacht, die den Namen
verdient und die eine gewisse Haltung zum Ausdruck bringt, die der
Engelskrieger sein Eigen nennt. Das ist es was wir wollen, wenn jemand
die Platte hört soll er sich fragen ob er solch ein jemand ist, der
diese Haltung haben kann.“
Worauf genau beruhen denn die Texte?
„Die Texte beruhen auf der Zeitphase, wo wir
Klausur gemacht haben und die Themen auf Zettel formuliert haben, die
uns am Herzen liegen, daraus entstanden erstmal Texte. Nach weiteren
Recherchen fanden sich dann Briefe von Betroffenen, die man nicht 1:1
auf die Texte beziehen sollte sondern diese sind nur Denkanstösse. Zum
Beispiel die Geschichte des Arbeitslosen, der zum Opener ‚Engelskrieger’
gehört, das ist nur die unterste Ebene des Ereignisses 11. September.
Das große Problem wird von uns reduziert auf eine Person.“
Zwei Songs der CD sind etwas schockierend in meinen Augen, nämlich
‚Narben’ aufgrund des krassen Textes und ‚Falscher Heiland’ aufgrund der
Gewagtheit des Themas. Was wollt ihr mit der Provokation erreichen?
„Provokant ist irgendwas, was normalerweise
nicht ausgesprochen ist. ‚Falscher Heiland’ ist auch als Single
erhältlich, auf dem Cover erkennt man George Bush und Saddam Husein, was
ja schon in eine bestimmte Richtung deutet. Es kann aber genauso gut
Dein Bürgermeister oder der Papst sein, solche Dinge passieren in allen
Zeiten in unserer Gesellschaft dass das politische und das
Macht-Establishment sich zunehmend verselbstständigt fernab von seinen
eigentlichen Aufgaben, nämlich dem souveränen zu dienen seine eigenen
Interessen verfolgt. ‚Narben’ ist einfach eine Tatsache, es gibt
unglaublich viele Menschen, die so etwas (Selbstmord) tun, wir hätten
das selbst nicht gedacht.“
Hast du einen Lieblingssong auf der Platte oder sind das alles ´Deine Kinder´?
„Nee, ich hab schon einen Lieblingssong,
nämlich ‚Unsterblich’. In dem Song konnte man alles ausprobieren, alle
Lagen, mal total Power-Singen, das hat mir richtig Futter gegeben. Den
Song hör ich sehr sehr gerne.“
Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, ob das nächste Album auch so
modern interpretiert wird wie „Engelskrieger“ oder eher mittelalterlich
geprägt wie die vorigen?
„Die Frage kommt noch zu früh. Momentan haben
wir soviel um die Ohren, da haben wir uns noch keinerlei Gedanken
gemacht. Vielleicht während oder nach der Tour werden wir uns das mal
überlegen.“
Trotz allem Streß hast du aber bestimmt Erwartungen und Träume auf „Engelskrieger“ gerichtet, oder?
„Ich bin dermaßen zufrieden und selbstbewusst,
dass ich gelassen auf die Sache zugehen kann ohne Träume zu
formulieren. Ich bin sehr glücklich mit dem was wir da gemacht haben, es
ist mir nicht vordergründig wichtig, dass die Platte Erfolg hat. Alles
andere was jetzt passieren wird ist nicht mehr in unserer Hand. Der Weg
ist das Ziel!“
Du hast die Tour schon angesprochen, kommt ihr auch hier ins Rhein-Main Gebiet?
„Ja, wir touren von 14. März bis 20. April und sind auch in Frankfurt, Mainz und Mannheim bei Euch in der Nähe!“
Na super, dass sind Pflichdaten! Für alle, die noch mehr vom neuen
Album wissen wollen, schaut mal unter www.engelskrieger.de, dort findet
Ihr einiges Material zum aktuellen Output im März
Das Interview wurde geführt von Thomas Schmitt von
Evil Rocks Hard
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