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RockHard - Bericht zur Herzblut
Veröffentlicht am 27.02.2010 von Darkangel | Aufrufe: 152
»Alles dreht sich um mich her. Die Welt versinkt im Farbenmeer. Wenn ich tanze. Mit dir tanze.«
Wir kennen sie wohl alle – die ungeschriebenen Gesetze des Musikgeschäfts, die Bauernweisheiten in der Rockmusik, die Geschichten über das Auf und Ab, über Glanz, Gloria und Niedergang von Künstlern und Bands, die einst von findigen Marketingjongleuren als Weisheit letzter Schluss angepriesen wurden, diese Lorbeeren in Wirklichkeit aber nicht verdient haben. SUBWAY TO SALLY – sieben Musiker aus dem Raum Potsdam/Berlin – haben sich all diesen vermeintlich unabänderlichen Mechanismen und Spielregeln seit ihrer Gründung im Jahr 1992 bis zum heutigen Tage verweigert; und das mit stetig wachsendem Erfolg. Neun Jahre sind in der Rockmusik, in der es auch mittlerweile vor Eintagsfliegen nur so wimmelt, eine verdammt lange Zeit. Und während andere Combos nach einer knappen Dekade bereits ihren kreativen und/oder kommerziellen Abgesang miterleben müssen, zeigt die Popularitätskurve von SUBWAY TO SALLY nach wie vor steil nach oben. Was macht diese Band so faszinierend? Ist es die perfekt dosierte Mischung aus modernem Metal, bodenständigem Rock, europäischer (meist irisch-englischer) Folkmusik und Mittelaltermelodien, welche bewirkt, dass sowohl der New Metaller und der Rocker als auch der Verehrer reinster Minnekünste diese Musiker als seine Lieblingsband verehrt? Ist es das einzigartige Abenteuer, das packende Entertainment, das SUBWAY TO SALLY ihrem Livepublikum schenken – und das beinahe 1.000 mal (in Worten: eintausend!!!) in neun Jahren? Das Septett – und da sind sich zahlreiche Kritiker deutscher Musikmagazine einig – ist in spielerischer, inhaltlicher und zwischenmenschlicher Hinsicht die wohl beste Liveband Deutschlands. Sei es die Magie des Violinenspiels von Frau Schmitt, die mächtige Riffwand des Gitarristen und Hauptsongwriters Ingo Hampf, die mitreißenden Chorgesänge und zarten Töne der Akustikgitarristen Bodenski und Simon, das Präzisionsdrumming von David Pätsch, die unvergleichliche Sangesvielfalt des Rock/Folk/Minne-Sängers, Dudelsack- und Flötespielers sowie Schottenrockträgers Eric Fish oder ganz einfach die Kraft von sieben außergewöhnlichen Künstlern, die als unbezwingbare Einheit, als ein gewaltiger Sturm auf der Bühne stehen: Hier kann man nicht gleichgültig zusehen. Nein, hier wird man Teil einer großen, brandenden Welle. Die Geschichte von SUBWAY TO SALLY hat ihren Ursprung in Hobbyprojekten und Straßenmusik. Und so verwundert es nicht, dass STS zuerst ihrer tiefen Verwurzelung in der Folkmusik Ausdruck verleihen. Dem trägt das Debütalbum ”1994”, erschienen beim Kleinstlabel Costbar, Rechnung – ein Album übrigens, das trotz niedrigstem Etat ganz locker im fünfstelligen Bereich über die Ladentheken gereicht wurde. Bereits auf dem Zweitwerk ”MCMXCV”, erschienen auf dem Vielklang-eigenen Label Stars In The Dark, kreischen harte Gitarren auf, liegt die Betonung ganz deutlich auf hartem Rock. Und schlussendlich (nach den Alben ”Foppt den Dämon”, 1996, und ”Bannkreis”, 1997) wird es für SUBWAY TO SALLY zu einem ganz normalen Vorgang, auf Metal-Festivals ebenso zu spielen wie auf Gothic- oder Alternative-Events. Ein Unikum, zweifelsohne, denn Eric, Frau Schmitt, Bodenski & Co. werden von den Lesern etlicher Magazine der verschiedensten musikalischen Genres zu den Lieblingen des Jahres gewählt. Und das übrigens immer wieder. Seit fünf Jahren. 1999 sorgt das Septett für einen Meilenstein der Metalszene – das Album ”Hochzeit” (BMG Ariola) erscheint. Treffsichere Songs, die sofort ins Herz und in die Beine gehen, spannende Texte in Monumentalformat – kurz: Diese Scheibe hat das gewisse Etwas. ”Hochzeit” entert die deutschen Albumcharts auf Platz 27, die Presse ist begeistert, die Band heimst mehrmals die Trophäe ”Album des Monats” ein, wird mit Titelstories überhäuft und startet zu einer Tournee, die zu einem Triumphzug wird. Überall sind die Hallen ausverkauft, etwa 30.000 Zahlende feiern ihre Bühnenhelden. Die spannende Frage, die sich seitdem Fans und Journalisten gleichermaßen stellen, lautet: Können SUBWAY TO SALLY ”Hochzeit” nochmals toppen? Und die Antwort lautet klar und deutlich: Ja! ”Herzblut” verknüpft das intelligente, spielerische Moment von ”Bannkreis” mit der Zielstrebigkeit und Geradlinigkeit von ”Hochzeit”. Die Stücke zeigen die enorme Fähigkeit der Band, rasante technische Finessen leicht verständlich zu machen, also Hits zu schreiben, die sich nicht abnutzen. Und derartige Dauerbrenner bietet ”Herzblut” zuhauf. Man höre die Stücke ”Veitstanz” (schon jetzt ein Livehammer!), ”Kleid aus Rosen” (schneller Folkmetal trifft auf sakrale Chöre trifft auf Techno), ”Krötenliebe” (da glüht das Tanzfieber) oder den Opener ”Die Schlacht” (die perfekte Ergänzung zu ihrem 99er Volltreffer ”Böses Erwachen”). Es bleibt lediglich noch zu sagen: Herzlich willkommen zu einer langen Reise. Wohin diese Reise geht, ist noch ungewiss. Aber – soviel sei bereits jetzt versprochen – sie wird spannend, sehr spannend! |









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