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2003 - Leipzig
Veröffentlicht am 09.06.2003 von Ritti | Aufrufe: 156
09.06.2003 - Subway to Sally – Leipzig WGT
“Bluuut Bluuut Räuber saufen Blut...“ skandierte ein lautstarker Chor minutenlang vor dem Konzert der glorreichen Sieben. In punkto Eigendynamik kaum zu überbieten, schwappten die altbekannten Zeilen des STS-Klassikers „Julia und die Räuber“ von einer Seite des Publikums auf die andere. Somit stand Kameramann Ralf, der bereits auf der Engelkrieger Tour Aufnahmen für die geplante DVD der „Sallys“ eingefangen hatte, mehr oder minder staunend am Bühnenrand und ließ sein Arbeitsgerät ob der unglaublichen Szenen die sich gerade abspielten warmlaufen. Kurz nach Mitternacht war es dann so weit: Die Spotlights drehten sich in Position und Subway to Sally enterten die Bühne. Furztrocken und ohne Ansage knallte dann der „Geist des Kriegers“ aus den Boxen und verwandelte den Zuschauerraum unverzüglich in eine Hüpfburg. Allerdings war danach, wie schon auf der abgelaufenen Frühjahrstour festzustellen, dass das Publikum den neuen Stücken der Engelskrieger-LP noch immer gemischten Gefühlen gegenüber stand. Punktuell wurde zu „Unsterblich“ und „Knochenschiff“ zwar ausgelassen gefeiert, doch einigen Besuchern lag der Umstieg der Band vom Folk-Rock hin zu modernem Metal schwerer im Magen als der Sache gut tat. Damit konnte es die Stimmung eingangs nicht mit der des Letzte Instanz-Gigs aufnehmen. Erst als „Mephisto“ mit stählernen Huf voran stürmte, platzte der Knoten. Vor einer atemberaubenden Kulisse gaben StS Vollgas. Bis in die Haarspitzen aufgepumpt mit Adrenalin hüpfte Eric von der Bühne und ließ sich von seinen Fans durch die Halle tragen. Und kaum hatte der singende Aktivposten den Ausgangspunkt seiner Reise erreicht, rief er mit voller Inbrunst „Ist das GEIL hier!!!“, womit ein wahres Wort gesprochen war. Nach “Die Schlacht“ und „2000 Meilen unter dem Meer“ verließ dann Drummer David sein Arbeitsgerät und postierte sich samt umgehängter Trommel am Bühnenrand. „Minne“ stand auf dem Programm und bot eine prima Gelegenheit zum Durchschnaufen. Allerdings hatte dies Ingo an seiner Gitarre nicht rechtzeitig mitbekommen und schaute etwas verdutzt drein, als sein Bühnennachbar plötzlich auf Reisen ging bzw. vor ihm auftauchte. Nunja, shit happens! Kann ja mal vorkommen :D Aus der Ruhe mittelalterlicher Minneromantik heraus standen die Zeichen dann wieder auf Sturm: „Kleine Schwester“, „Kleid aus Rosen“, „Henkersbraut“, ja jetzt war richtig Feuer unterm Dach. Wie im Fluge verstrich die Zeit, während allerorten die Post abging. Daher fiel es kaum auf, als StS nach „Herrin des Feuers“, „Liebeszauber“ und „Ohne Liebe“ bereits am Ende ihrer Spielzeit angelangt waren. Stattdessen durfte man sich als Fan fragen, wie wohl die „Wir-haben-uns-alle-furchtbar-lieb Schmuseeinlagen“ zu deuten waren, die Eric, Bodenski und Frau Schmitt da gerade auf der Bühne vollführten. „Ohne Liebe“ waren DIE in keinem Falle ;D. Bezogen auf den Regelfall eines von A-Z durchterminierten Festivals hätte nun Schluss sein müssen. StS dachten jedoch nicht im geringsten daran schon die Segel zu streichen, zumindest nicht, bevor sie den „Falschen Heiland“ gepriesen und den „Veitstanz“ zelebriert hatten. Reichlich geschafft aber glücklich mobilisierte das Publikum dazu seine letzten Kräfte und gab mächtig Gas. Wenig später entschwand die Band unter massiven Zugaberufen und „Julia-Gesängen“ von der Bühne, ließen sich aber nicht lange bitten und machten von ihrem Vorrecht als Headliner Gebrauch, um der Aufforderung sehr gerne nachzukommen, was man vor allem daran sah, wie Eric hereingesegelt kam. „Abendlied“ als musikalischer Abschluss des WGT 2003 hätte dann sicher eine gute Figur gemacht, doch als auch dieser Song mit seinem brettharten Finish das Publikum nur zu weiteren Zugaberufen ermutigte, kamen die Sieben nicht umhin zum dritten Mal die Bühne zu entern. die Bühne zu entIn Anbetracht dessen, dass man nun in bester Wetten Dass???-Manier schon eine Viertelstunde überzogen hatte, konnte sich Eric den Spruch nicht verkneifen, dass es „wohl beim WGT noch nie so spät geworden wäre“. Damit der neue Rekord auch möglichst lange Bestand hat, gab es zum krönenden Finale das von vielen gewünschte „Julia und die Räuber“ in einer XXL-Fassung. Besonderer Gag dabei: Monitormann Toshi, der mit Stativ und Mikrofon hinter Herrn Hecht hereierte, um dessen Dudelsack irgendwie ins Klangbild zu integrieren. Hat man so bei StS auch selten erlebt! ern. (Ritti) |









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