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2005 - Hannover
Veröffentlicht am 23.09.2005 von Ritti | Aufrufe: 140
28.09.2005 - Subway to Sally, Coppelius – Hannover Capitol
Erst die Show und dann das Leben...! Holla Liebe Freunde und willkommen zurück im herbstlich-verschneiten Tourkalender von Subway to Sally! Nach dem gelungenen Auftakt in Magdeburg und den nachfolgenden Abstechern in die Schweiz sowie an die Hamburger Waterkant (hübsches Nord-Süd-Gefälle), schlug heute Hannovers große Stunde. Als Heimat der Sallys Jünger und traditioneller Hochburg für Folkmetal-Angelegenheiten, zählt die Stadt an der Leine seit jeher zu den festen Stationen im Kalender einer Subway Release-Tour, wenn auch manchmal mit kleinen örtlichen Verschiebungen. Nachdem man sich vor 2 Jahren noch eher schlecht als recht mit der fürchterlich kleinen und um so niedrigeren Pavillion-Bühne nahe dem Hannoveraner Hauptbahnhof begnügen musste, diente heute (wie schon zu Herzblut-Zeiten) das Capitol als Schauplatz des Geschehens. Welches, mit Verlaub gesprochen, einen krassen Gegenpol zum Pavillion bildet. Weiträumigkeit in jedweder Dimension inklusive Balkon-Loge für Genießer und einer auslaufgewährende Bühne mit einer Deckenhöhe in Regionen des Mount Everest. Sprich, genau das Richtige für eine pyroman veranlagte Rockertruppe aus dem Osten! :) Als ich mir gegen kurz nach 19 Uhr meinen Weg aus der kommoden Tiefgarage unter dem Capitol in Richtung Eingang bahnte offenbarte sich bereits ein Anblick der bezeichnete! Unzählige Schlachtenbummler von nah und fern hatten sich vor dem Capitol versammelt und wurden im zügigen Gänsemarsch von Sicherheit repräsentierenden Muskeln ins Innere geschleust. Trotz des frühen Einlaßes und dem Konzertermin mitten in der Woche war das Capitol so rasch gefüllt und schon bald gab es in Richtung Bühne nahezu kein Durchkommen mehr. Aus Gründen der örtlichen Gegebenheit zog ich daher es an dieser Stelle vor, mich wie die Führungsetage des Ortsansässigen Fanclubs, auf den Balkon zu verkrümeln, zumal sich von dort aus, auch um einiges entspannter "ARBEITEN" ließ und ich darüber hinaus das Konzert heute mal aus einem anderen "Blickwinkel" betrachten wollte. Die erste Erkenntnis die sich dabei treffen ließ: Das Capitol war rappelvoll! Aus der Vogelperspektive wunderbar zu beobachten, drängten sich Fans und Mitgeschleifte schon vor Beginn des Supports dicht an dicht, was einen Trend bestägte, der sich seit Veröffentlichung der "Nord Nord Ost" abzeichnet: Subway sind gefragt wie selten zuvor! Nicht ganz so bekannt, dafür aber mit einer Menge Potential ausgestattet waren die Jungs von Coppelius, deren Sound, so meine Einschätzung vor dem Konzert, voll auf der Hannoveraner Wellenlinie funken dürfte. Immerhin waren es eben jene Leute die mich vorher noch fragten: Coppelius?! Was machen die denn so für Musik, die gleich für ordentlich Stimmung sorgen sollten. Wie nach dem Magdeburg-Gig nicht anders zu erwarten, räumte das Berliner Kammerorchester unter der Leitung von Max Coppella und seinem Butler "Bastille" richtig fies ab und feuerte Hannover mit Klarinettenfolk und Cellorock mächtig die Hölle heiß. Und sie taten es mit dem diabolisch beleuchtetem Grinsen einer Band, die weiß was sie anrichten kann wenn man sie erst entfesselt. Über Stock und Stein schossen Coppelius Volldampf aus allen Rohren, rochierten über die Bühne, sprangen in den kaum vorhandenen Bühnengraben und gaben sich dem Publikum leidenschaftlich hin. Die Action ging gar so weit, dass Klarinetten-Comte Caspar die Bühne zu eng wurde und er sich im Blitzlichtgewitter aus Handys und Digicams auf dem Seitentreppchen neben dem Publikum wiederfand, von wo aus er eine kleine Privatvorstellung gab. Darüber hinaus punkteten Coppelius natürlich wieder durch ihren Tribut an Iron Maiden, was einerseits zu wüstem Gemoshe ausartete, bzw. den ein oder anderen Musiker dazu trieb, sein Instrument gen Boden zu befördern und es mit klammernden Griffen zu strangulieren, wodurch sich endlich die Frage klärte woher der Kontrabaß seinen Namen hat: "Musiker kontra Bass"! Alles klar?! Natürlich durfte auch das beliebte Spielchen mit der Zugabe nicht fehlen. Von Zugaben keine Ahnung ("Ich fürchte meine Herren verstehen nicht was sie meinen!") gelüstete es dem Orchester eher nach "Da Capo" und wie das dann eben halt so ist, macht Not gefügig! Angefeuert von Bastille rief Hannover mit fester Stimme nach "Da Capo!" und sollte seine Zugabe bekommen. Schließlich gab es noch einiges mehr aus dem Hut zu Zaubern als Drummer Nobusama aus seinem Zylinder holte. Für ein paar Minuten mehr ging es unverdrossen rund im Capitol, bis sich auch der letzte Hannoveraner sagte "Yes Boys, I got used to it". Und Hätten im Anschluss nicht Subway to Sally gespielt, ich glaube man hätte Coppelius nicht so ohne Weiteres gehen lassen. Applaus Applaus Applaus!!! (...Ruhe!!!) Anschließend herrschte etwa 20 Minuten Ruhe im Gebälk. Schließlich hatten Toshi, Kaali, "Evil"-Uwe und die Pyrotechnik einiges zu tun, um die Bühne für die "Sieben" klar zu machen, während meinereiner sich dank eines Mißverständnisses vom Balkon in Richtung Bühne quetschten durfte, um später zu erfahren dass eigentlich jemand anderes mit dem freundlichen WINK der Securitys gemeint war. :( Und just als ich mich zurück in meine Stellung begeben wollte erlosch plötzlich das Licht. :( Naja Shit happens...manchmal! Wie schon in Magdeburg eröffnete auch das heutige Konzert mit "Sarabande de Noir", welches in geordneter Dreier-Formation von Bodenski, Eric und Simon kanonesk zu Tale geschmettert wurde. Dazu hatten Subway Frau Holle auch für Hannover Säckeweise Flocken abtrotzen können, die pünktlich zur Schneekönigin auf die Köpfe des Publikums rieselten. Leider bot sich der majestätische Anblick einer winterlichen Bühnenwelt diesmal nicht für alle Zuschauer. Vor allem die ersten Reihen bekamen von dem Spektakel nicht wirklich etwas mit, da, man die Schneebatterien einige Meter vor der Bühne an der Decke aufgehängt hatte. Was dies betraf, hatte man dies am Anfang der Tour besser gelöst. Aber wozu gibt es schließlich den Live Faktor? Hatten Subway in Magdeburg eine blitzsaubere Mustervorstellung ihrer Show-Elemente abgeliefert, bei der kaum Abweichungen von der imaginären Null-Linie zu verzeichnen waren, entwickelte sich das heutige Konzert auf ganz unterschiedliche Weise: Nach einer Woche auf Tour wieder voll in ihrem Element, war das Leben in Subway to Sally zurückgekehrt und so trauten sich vor allem Bodenski und Simon wieder zu Wort, um den Abend fortan mit spitzen Kommentaren auf Touren zu bringen: "Als wir das erste mal hier jespielt ham´ dachten wir: Mann ist das ne große Bühne" erinnerte sich Bodenski, und fügte verdutzt an: "Inzwischen ham´wa die bald so volljestellt das kaum noch Platz da ist!". Und während man sich vor der Bühne zu bekanntem wie frischem Liedwerk schon zünftig die Kante gab, versuchten Subway sich Sklaventreiber: "Also Hamburg jestern viel lauter", rügte Bodenski das schweißtriefende Volk und forderte mehr Einsatz! "Ihr wisst ja gar nicht wie gut ihr das habt", immerhin sei ja auch die Luft viel besser als im Hambur"ch" ;)...und weiter gings im Text! Doch auch Hannover war wie immer für Überraschungen gut. Schon ziemlich früh im Konzert tauchte urplötzlich Eric mit einem weißen DIN A-4 Zettel auf, der ihm von irgendwoher aus dem Publikum gereicht wurde und mit großen Lettern die Worte "Frau Schmitt, wir lieben dich!" trug. Süss, oder?? Da erwachten Erinnerungen an das letzte Konzert im Pavillion, als Sallys Jünger kurzerhand die Show aufs Korn nahmen und mit zahllosen Horo-Schildern und einem Banner auf der Bühne die Band aus dem Konzept zu bringen versuchten. Musikalisch eng korsiert, gab es in Punkto Setlist heute keine Überraschungen zu vermelden. Stattdessen rockte das inzwischen Kampferprobte Gemisch aus Rosenkleidern, Zauberschwüren, Eisblumen, mephistohaften Sprungteufeln, liebloser Begattung und mit ein bißchen Glück durfte man auch noch dem Leibhaftigen guten Tag sagen. Die bunte Mischung aus Hits vonn "1995" bis "Nord Nord Ost" zündete routiniert und sorgte für angenehmes Achterbahnfeeling vor der Bühne bzw. auf dem Balkon, welchem die Musik derart gut gefiel, dass er einmal mehr zum Schiffsdeck mutierte kräftig mitschunkelte wie bei Windstärke 10. Von zündenden Songs kommen wir nun mal wieder zu zündenden Ideen. Natürlich ließen es sich Bodenski und Simon auch heute nicht nehmen das Publikum mit Ihrer Feuershow zu verzücken. Und so bauten sich Berufspyromanen mit ihren Fackeln gegenüberstehend auf, während Eric mit Fish Airlines einen Rundflug durchs Hannoveraner Publikum antrat. Darüber hinaus kamen auch wieder die spektakulär aussehenden Flammenhandschuhe zum Einsatz, welche selbst der luftigen Bauhöhe des Capitols locker den Rang abliefen und Problemlos bis unter die Decke gingen. (Erwähnte ich eigentlich schon dass mir auf dem Hinweg eine ganze Kolonne Feuerwehr entgegen geblaulichtet gekommen war?) Doch damit nicht genug der Show! Da Subway in Magdeburg durch einen defekten Dudelsack nicht richtig zum Schuß gekommen waren und das traditional "Haughs of Cromdale" entfallen musste, sagte man sich: jetzt erst recht! Kaum hatte der Veitstanz die erste Zugabenpause heraufbeschworen, gesellte sich Jung-Schlagzeuger Simon-Michael zurück hinters Arbeitsgerät und bekam seinen großen Auftritt: Ein Drumsolo mit Dudelsackbegleitung, jawoll! Spätestens jetzt wußte auch Hannover, dass Subway to Sally einen neuen Drummer haben. Denn mal ehrlich, wann hat man von David in der Vergangeneheit schon sowas erlebt? Soli? Moshen hinterm Schlagzeug? Sichtbare Beweise des lebendigseins? Kaum! Dafür war David doch zu sehr effektiver Arbeiter auf der Bühne gewesen... Mit dem nachfolgenden Titel Hexe offenbarte sich indes ein weiteres ertaunliches Detail: Während Bodenski aufkeinemde "Julia"-Forderungen mit dem Argument "Das habt ihr doch vorhin schon selber gesungen" abschmetterte und Simon stattdessen das Publkum einlud Erics Stimme beim Besenwesen zu übernehmen erfuhr man ganz nebenbei, dass sich das singende Energiebündel am frostigen Albumtitel eine Grippe weggeholt und heute mit 40 Fieber (nicht Lampenfieber) durch den Abend gekämpft hatte. O-Ton Bodenski hierzu: "Einen Applaus für Eric, der Mann hat´s heute echt nicht leicht!", Antwort Eric: "*Hust*". Nunja, es war ja fast geschafft, nur noch ein bißchen durchhalten! Nur noch eine Runde Besenreiten mit der Hexe, einmal bis "Sieben" zählen, "Julia den Räubern zum Frass vorwerfen" und schon ist die Ziellinie erreicht. Es sei denn jemand begeht wie heute den Fehler ein Handy hochzuhalten!! Für seine poetische Ader bekannt, griff Bodenski das Thema "Mobilfunk auf Konzerten" auf und erinnerte sich: "Vor ein paar Jahren da hat man mal ab und zu son´ Ding im Publikum gesehen"...und wo nun fast jeder ein Handy besitzt, kam ihm eine zündende Idee: "Holt doch mal alle eure Handys raus. Ich will die jetzt leuchten sehen!". Gesagt getan, ploppten auch schon überall im Publikum kleine leuchtende Displays und bunte Lämpchen auf, die gemeinsam mit Feuerzeugen und vereinzelten Wunderkerzen einen recht bemerkenswerten Anblick boten. Somit war nun der Weg geebnet um den Abend mit "Seemanslied" zu seinem würdigen Abschluß zu bringen. Unterm Strich blieb mal wieder ein stimmungsvoller, Konzert bei dem der Unterschied zwischen Uraufführung und Wiederaufführung mehr als nur deutlich wurde. Locker vom Hocker, redizierte sich der heutige Subway Gig nicht allein auf Musik und Effekte, sondern fügte dem zweistündigen geschehen auch noch die menschliche Komponente hinzu. Da ließ es sich dann auch verschmerzen, dass "Feuerkind" heute ohne Lampenpanzer auskommen musste und die Inszenierung nicht ganz so perfekt wirkte wie noch in Magdeburg. Dafür erlebte man die entgültige Ankunft von Simon-Michael bei Subway to Sally und einen kämpferischen Eric, der trotz gesundheitlichem Gegenwind unverdrossen gen Nord Nord Ost segelte! Respekt! Nach dem Konzert war natürlich noch lange nicht Schluß im Capitol: Wenn die Subway to Sally schon mal an der Leine vor Anker geht, will das gebührend gefeiert werden. Und so gesellten sich heute ungewöhnlich viele Fans ins Foyer, wo man zwischen Theke, Garderobe und Merchandising-Laden geduldig auf das Erscheinen der Band wartete. Selbige beging allerdings nicht den Fehler sich wie ihre Vorstreiter von Coppelius allzu zeitig dem Volke zu präsentieren, denn was sich kurz nach Konzertende in der Vorhalle abspielte war ein Gedränge jenseits von Gut und Böse, bei dem sprichwörtlich nichts mehr ging ausser Arme die anzuwinkeln und sich ganz schmal zu machen. Erst nach einer knappen Viertelstunde hatten sich die Reihen soweit gelichtet, dass wieder frei geatmet werden durfte ohne dass einem der vorbeiziehende Volksauflauf den Stift beim Autogrammeschreiben aus der Hand rempelte ;). Nach einigen gewechselten Worten und dem Kauf der nagelneuen Eric Fish Solo-CD Numero due, "Zwilling" begab ich mich dann allmächlich auf den Weg in Richtung Heimat, während im Capitol weiter eine Handvoll Fans und Angehörige beider Subway-Fanclubs den Musikern ihre Aufwartung machten. Abschließend bleibt festzuhalten, dass sich Subway to Sally momentan wahrlich nicht über mangelden Zulauf beklagen können und auch mit angeschlagenem Frontpersonal immer noch eine Macht darstellen, die einen Saal ohne Probleme zu kochen bringt und dabei noch eine eindrucksvolle Show abliefert. In diesem Sinne, Amen! Liebe Brüder und Schwestern. Das war das Wort zum Sonntag! Euer Ritti! |









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